Castingshows, verpasste Chancen und mehr

Hach Castingshows..., was für ein Thema. :-) Unlängst postete eine FB Kollegin eine "Enthüllung" auf ihrer Seite: Sie würde bei DSDS teilnehmen! Da die liebe Alexandra eine sehr große und treue Fangemeinde auf Facebook ihr Eigen nennt, waren die Reaktionen entsprechend. Alle fandens toll und jubelten; und ich - ganz entgegegen meines üblichen Verhaltens- war nicht sofort am smiley schicken und "gefällt mir" klicken- aus dem einfachen Grund: ich wusste einfach gar nicht so recht, ob mir das gefällt.Ich schickte ein fragendes "Was versprichst du dir davon?" in die Runde und war selbst ein wenig verblüfft ob meiner Reaktion und meine Gedanken beamten mich... ...zurück ins Jahr 1990... ich war 15 Jahre alt, als ich herausfand das Österreich eine Talentshow im Fernsehen laufen hatte, die auch eben eingestellt wurde.Nunja, knapp daneben ist auch vorbei.

...zurück ins Jahr 2002: Starmania kam. Und ich wurde von allen Seiten bombardiert, ich solle da doch bitte mitmachen, ich solle da doch was hinschicken, ich solle da doch endlich vorsingen. Wie denn? Meine kleine Tochter war grade mal 2, ich hatte Windelwechseln im Kopf und außerdem gar keinen Fernseher. Bis ich auf die Idee kam, mich zu informieren, was man da machen müsste, war die erste Staffel auch schon wieder vorbei.

...zurück ins Jahr 2006...ich im Marchfeld versauernd, lese beim Kochen das Bezirksblatt und stelle fest: Das Marchfeld sucht den Superstar. Diesmal beschloß ich nicht zu spät dran zu sein und meldete mich beim Vorsingen an, das relativ bald darauf stattfand und ziemlich unspektakulär war.Ich kam ins Finale und durfte am Gänserndorfer Hauptplatz "What a feeling" singen. Nachdem ich die anderen Sänger und Sängerinnen gehört hatte, freute ich mich darauf mindestens unter die ersten 3 zu kommen.

Und dann- siegte die Realität. In meiner Naivität hatte ich nämlich tatsächlich gedacht, das Talent siegen würde; leider gewann die Tochter des Bezirksvorstehers.

Und ich war sowas von maßlos enttäuscht! Und sauer! Und frustriert! Und empört! Und versuchte mir das nicht anmerken zu lassen. Ein Freund fotografierte das ganze Desaster und rückblickend war ja völlig klar, das das so kommen musste. Ich galt in Gänserndorf als "Zuagraste", mich kannte dort ja kein Mensch und ich hatte keine Schulklasse hinter mir, die per Handyvoting für mich abstimmte.Das verunsicherte sogar die Moderatoren. Als nach der ersten Runde die Teilnehmer nochmal vorgestellt wurden und nach jedem Namen die mitgebrachten Fans applaudierten, klatschte bei mir niemand. Weil ich keine Fans mithatte. Andy Marek sah mich nur verwirrt und achselzuckend an. Im Gesamten war es ein sehr ernüchterndes und frustrierendes Schauspiel gewesen und ich konnte eigentlich fast nicht glauben, dass ich....

....ein Jahr später wieder zum Casting ging...

diesmal in Baden. Und wieder saß Andy Marek in der Jury und beim Casting erkannte er mich sogar. Ich sang Marianne Mendt A Capella und kam erneut ins Finale.Aber als die Jury uns erklärte, wie alles ablaufen sollte, ermahnte man uns eindringlich unbedingt soviele Fans wie möglich mit Handy mitzunehmen, da diesmal der Gewinner !ausschließlich! durch Handyvoting ermittelt werden würde.

Na toll... ich war schon desillusioniert, bevor ich überhaupt teilgenommen hatte. Und tatsächlich war ich so frustriert, dass ich schlußendlich gar nicht teilnahm.

Aber aufgeben wollte ich auch nicht. Zufällig bekam ich kurz darauf eine mail von "The Voice", dem Mini Gesangswettbewerb in der SCS. Es sei ihnen eine Teilnehmerin ausgefallen und ob ich nicht Lust hätte...? Das wär dann übrigens morgen...? Da dieser Wettbewerb diesmal tatsächlich durch eine Jury entschieden werden sollte, ging ich hin. Und wurde wieder frustriert.

Wir sollten ungeschmnkt erscheinen und würden dort gestylt werden.Von MakeupArtists in Ausbildung geschminkt zu werden.. darauf hatte ich schon mal keine Lust und ich erschien bereits fix und fertig und natürlich völlig bühnenuntauglich mangels Erfahrung, womit ich mich nicht unbedingt beliebt machte. Der Friseurlehrling, der sich um meine Haare kümmern sollte, versuchte mit dem Lockenstab ein paar Strähnen in die richtige Richtung zu drehen und gab dann schlußendlich auf. Zum Schluß riß mir noch der Träger meines Kleides und ich befestigte ihn notdürftig mit einer Sicherheitsnadel. Da ich die Einzige war, die kein Vorabcasting gehabt hatte, kannte ich natürlich auch die anderen Teilnehmer nicht.Als ich ankam, stellte ich fest, dass ich scheinbar in einen Schülerwettbewerb reingerutscht war. Die älteste Teilnehmerin war vielleicht 17 Jahre alt. Ich fühlte mich völlig fehl am Platz. Ich hatte zwei Songs mitgebracht. Da die Sache so kurzfristig beschlossen wurde, sang ich als ersten Beitrag ein Lied von Shakira, dass ich gut kannte, in der Hoffnung, dass mir der Text dann auch einfallen würde. Mein zweites Lied war die Eigenkomposition "Mama".

Als ich vorgestellt wurde, wurde ich mit den Worten "unsere älteste Teilnehmerin " begrüsst. Die Jury starrte mich an, tuschelte und meine Stimmung sank bereits auf den Nullpunkt.

Schließlich sang ich meine vorbereiteten Lieder und vergaß beim Shakira song natürlich gleich mal den Text. Ich rettete mich damit, die erste Strophe zwei mal zu singen. Nach Beendigung meines zweiten Songs herrschte betretenes Schweigen und wurde mit dem Kommentar " Nicht unbedingt ein Lied, das man zum Muttertag hören möchte" und einem verlegenem Lächeln quittiert.

In der Jury saßen unter anderem Andy Lee Lang und Marika Lichter. Ich kam nicht mal unter die besten drei, von vielleicht zehn Teilnehmern. Mit dieser Erfahrung gab ich die Idee mit den Castingshows endgültig auf.

 

Dass ich bei "The Voice" - einem stockkonservativen Wettbewerb- kein Leiberl reißen konnte, hätte ich eigentlich ahnen müssen. Vor allem, da mein Song, mit seinem depressiven Text, auf deutsch, und noch dazu in Mundart, ja nun wirklich nicht unbedingt mainstream tauglich war. Trotzdem hatte es mich gekränkt, dass die Tatsache, dass ich die einzige Teilnehmerin war, die eine Eigenkomposition vorgetragen hat, nicht wenigstens ein bisschen gewürdigt worden war. Und ich fühlte mich aufgrund meines Alters diskrimiert! Jawohl!

Heute sehe ich das ganze entspannter. Naja, ein bisschen.;-)

Castingshows sind nix für mich. Ich bin zuviel ich selbst dafür. Ich kann und will mich zuwenig verbiegen. Bin zu ehrlich. Kann mich zuwenig anpassen. Ich habe in den letzten 20 Jahren immer wieder Plattenverträge angeboten bekommen oder andere musikalische Anfragen erhalten, die vielversprechend gewesen wären. Aber immer hätte ich zurückstecken müssen. Hätte singen müssen, was die anderen wollen.Hätte meine Texte ändern müssen. Heute singe ich selbst Schlager. Was ich immer abgelehnt habe. Aber heute ist es meine eigene Entscheidung. Immerhin. Dinge ändern sich und irgendwann habe ich gemerkt, dass es mir schlußendlich mehr Spaß macht Schlager zu singen, vor Leuten, die davon begeistert sind, als anspruchsvolle Songs zum Besten zu geben die niemanden interessieren

Deswegen wird es auch für mich in absehbarer Zeit kein DSDS und auch sonst keine Castingshow geben. Aber ich gebs zu: nach Alexandras Bekanntgabe, hab ich kurz daran gedacht, es doch noch mal zu versuchen. Aber wie gesagt: nur kurz. ;-)

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